• Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.

  • Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.

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Aktionsprogramm für Demokratie und Toleranz

Wuppertal hat eine lange und große demokratische Tradition. Unterschiedliche Meinungen und widerstreitende Interessen trafen und treffen in einem friedlichen Wettstreit der Argumente aufeinander. Wir sind stolz auf dieses beständige Ringen um die bessere Lösung. Neben dem Konflikt stand und steht daher immer ein verbindender Grundkonsens über die Werte unserer freiheitlichen Gesellschaft und die Achtung des Anderen. Wir haben gelernt, mit dem Anderssein von Nachbarn zu leben und konnten dabei einen Blick für das menschliche Miteinander und die gemeinsame soziale Verantwortung entwickeln.

Deutschland wird von einer erschreckenden Welle von rechtsradikaler Gewalt erschüttert: Gewalt gegen ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger, Gewalt gegen jüdische Einrichtungen, Gewalt gegen Obdachlose, Gewalt gegen diejenigen, die anders sind. Diese Welle ist besorgniserregend, fordert uns jedoch auch heraus.

 

Auch in Wuppertal erschüttern und bewegen uns Übergriffe auf Ausländerinnen und Ausländer, insbesondere der Brandanschlag auf das Flüchtlingswohnheim in Wichlinghausen, die Vorfälle an der KZ Gedenkstätte Kemna und die Schmierereien an der zukünftigen Neuen Synagoge. Vor diesem Hintergrund bekennen wir uns zu einer konzertierten Aktion für Demokratie und Toleranz.

Trotz dieser Vorkommnisse herrscht in unserer Stadt ein vergleichsweise moderates politisches und gesellschaftliches Klima. Dies kommt nicht von ungefähr. Es ist das Ergebnis einer guten bürgerschaftlichen, sozialen, pädagogischen und jugendpolitischen Infrastruktur.

Rechtsradikalismus ist kein Problem am Rand der Gesellschaft. Rechtsradikale und ausländerfeindliche Tendenzen bei jungen Menschen stellen deshalb Fragen an die gesamte Gesellschaft. Die Arbeit im Rahmen dieses Aktionsprogramms hat daher auch einen generationenübergreifenden Ansatz.


Die Werte von Demokratie, Toleranz, Freiheit und Gerechtigkeit sind nicht selbstverständlich. Sie müssen von den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder neu gestiftet und mit Leben gefüllt werden. Es reicht kein Aktionismus. Es bedarf eines ständigen Prozesses, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Daher sollen mit diesem Entwurf eines Aktionsprogramms kurzfristige Maßnahmen gebündelt, mittel- und langfristige Ziele definiert sowie einzelne Instrumente zur Zielerreichung beschrieben werden.

 

Die Prävention steht im Mittelpunkt aller Maßnahmen. Dafür werden zusätzliche Projektmittel des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.

Dieses Aktionsprogramm knüpft an viele effektive Angebote in der Stadt an. Dazu gehören u.a. Angebote, die Begegnungen, Zusammenarbeit und Auseinandersetzung in multinationalen Zusammenhängen ermöglichen, z. B. Projektwochen, Austauschprogramme, multikulturelle Veranstaltungen und Feste. Außerdem gibt es bei Freien Trägern, in Initiativen und politischen Gruppen, in Schulen und Jugendzentren seit Jahren Projekte gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Ausgrenzung. Diese Einrichtungen und Angebote sind besonders zu fördern, da dort auch rechtsorientierte Jugendliche erreichbar sind und zur direkten Auseinandersetzung mit diffusen Ängsten und Ressentiments gebracht werden können.

 

Der Rat der Stadt Wuppertal hat sich in seiner Sitzung am 18.09.2000 deutlich für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage ausgesprochen, sich von intolerantem, gewaltbereitem und undemokratischen Handeln distanziert und der Verwaltung zahlreiche Projektideen für Aktionen gegen rechtsextremistische Gewalt und Ausländerfeindlichkeit gegeben. Auch an diese Beschlüsse knüpfen wir an. Dieses Aktionsprogramm ist keine abschließende Aufzählung von Maßnahmen, sondern soll Ideen für ein praktisches und vernetztes Handeln geben.

Vernetztes Handeln bezieht neben den Schwerpunkten Jugend, Soziales, Sport, Bildung und Kultur insbesondere Fragen der Stadtentwicklung mit ein. Wir müssen durch Maßnahmen der Stadt(teil)entwicklung ein friedliches Miteinander fördern. Wir brauchen Plätze für Begegnung und Feste, wir brauchen eine Wohnstruktur, in der sich die Bewohnerinnen und Bewohner wohnlich und verantwortlich fühlen, wir brauchen eine Infrastruktur, die die Lebensqualität der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wir müssen insbesondere die Innenstadtbezirke attraktiver gestalten und einer weiteren Verstärkung als Armutsgürtel wirkungsvoll entgegentreten.

Alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Institutionen, Vereine und Verbände sind aufgefordert, sich in ihrem Bereich im Sinne der Aktion für Demokratie und Toleranz einzumischen und einzubringen.


Wir sind eine lebendige, weltoffene und Demokratische Großstadt. Wir bekennen Farbe für Demokratie und  Toleranz

 

Unterschriftenaktion des Oberbürgermeisters und der Bürgermeister für Demokratie und Toleranz

⇒Wir schaffen einen Rahmen für das Identifizieren mit dem Thema und veröffentlichen die Namen.

⇒Im Herbst werden alle Unterzeichner/innen zu gmeinsamen Aktionen aufgerufen. Möglich ist auch eine Lichterkette durch das Tal als Zeichen der Unterzeichner des Aufrufs.

 

Gezielte Öffentlichkeitsarbeit. In Vorbereitung sind

⇒ Testimonials von Jugendgruppen, Schulen, Freizeitstätten, des Ausländerbeirats etc. auf Plakatwände der DSM in den Stadtteilen und Stadtzentren,

⇒ Plakataktion der Kindertageseinrichtungen für ein Miteinander und dem Thema "Jeder ist anders und jeder Einzelne ist etwas Besonderes"

⇒ sowie die Plakataktion des Presseamtes.

 

Alle werden aufgefordert, jetzt aktiv zu werden

⇒ Für ein gesellschaftliches Klima gegen rechtsextremistische Gewalt

⇒ Interkulturelle Feste, etc.

⇒ Benefizveranstaltungen auf allen Ebenen von Kultur, Sport usw.

⇒ Aktion "Ich sag ja zur Toleranz"

⇒ Tag des ausländischen Mitbürgers

 

Schlüsselprojekt der Stadtverwaltung

⇒ Einrichtung eines Projektteams zur Koordination und Unterstützung der Aktivitäten.

⇒Kurzfristige Bereitstellung finanzieller Mittel für Projekte

 


Wir sind eine lebendige Demokratie!

  • Fraktionsübergreifender Aktionstag der Politik in den Schulen.
  • Fraktionsübergreifende Resolutionen in den Bezirksvertretungen.
  • Bezirksjugendräte unterstützen und fördern.
  • Förderung der politischen Jugendarbeit: Projekte, Jugendkonferenzen und Beteiligungsmöglichkeiten.
  • Förderung des Projektes ”Gesicht zeigen”. Öffentliche Anerkennung für engagierte Jugendliche.
  • Stärkung der Arbeit des Ausländerbeirates

 

Wir sind eine wehrhafte Demokratie!

  • Die Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes werden auch auf rechtsextremistische Straftaten achten.
  • Schutz der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, z.B. durch verstärkte Nachtwachen des Stadtbetriebs Flüchtlinge und der Polizei.
  • Verbesserter Schutz von sensiblen Einrichtungen, z. B. Gedenkstätte Kemna.
  • Regelmäßiger Informationsaustausch mit Polizei und Staatsschutz.

 

Wir bilden und erziehen junge Menschen!

  • Gewaltprävention in allen städtischen Einrichtungen und allen Schulen, z. B. flächendeckende Projektwochen ”Erlebnisse statt Gewalt” und ”Lust und Mut statt Frust und Wut”.
  • Fachtagungen für pädagogisches Personal und Umsetzung von Standards für interkulturelle Angebote.
  • Interkulturelle Arbeit in Kindertageseinrichtungen, insbesondere kulturelle Besonderheiten achten und Gemeinsamkeiten betonen.
  • Interkulturelle Arbeit in allen Schulen, Umgang mit rechtsradikaler Propaganda im Internet, Theaterprojekte, Moscheenbesuche, Besuche von Übergangsheimen für Flüchtlinge etc. Öffentliches Symposium „Ursachen für und Strategien gegen Rechtsextremismus“. Flächendeckende Einrichtung von Streitschlichtungsmodellen an allen Schulen als Übungsfeld für Demokratie und Toleranz. Ausweitung der Projekte für Schulverweigerer und Frühabgänger ohne Schulabschluss.
  • Wettbewerbe an Schulen zum Umgang mit der Geschichte und für interkulturelle Projekte.
  • Begegnungen anstoßen, initiieren und ausbauen, Aktionen für Kinder und Jugendliche auch mit Partnerstädten.

Wir lernen aus unserer Vergangenheit: für die Gegenwart und die Zukunft!

  • Verstärkte politische und zeitgeschichtliche Bildungsarbeit
  • Gestaltung des Holocaust-Gedenktages am 27.01. als städt. Veranstaltung.
  • Veranstaltungen mit Zeitzeugen in Schulen und Jugendeinrichtungen.
  • Mehr Veranstaltungen in der Begegnungsstätte Alte Synagoge.
  • Verbesserte Förderung der Begegnungsstätte.
  • Begegnungen von Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildenden mit der jüdischen Kultusgemeinde.
  • Wiederauflage des Ibach-Buches ”Kemna”, Herausgeber: Stadtjugendring.
  • Erleben von ”Geschichte vor Ort” - stadthistorische Wanderungen.
  • Aufarbeitung der Rolle der Wuppertaler Institutionen bei der Umsetzung des Nationalsozialismus (u. a. Gerichte, Polizei, Gesundheitsamt)
  • Interkulturelle Workshops, z. B. ”Erinnern für die Zukunft”.

 

Wir und unsere Partner machen attraktive Angebote für die Freizeit!

  • Gezielter Ausbau der vereinsungebundenen Sportangebote für Jugendliche und Erwachsene (Aktionen ”Sport statt Gewalt”, Basketball bei Nacht, Inline-Events, etc.)
  • Förderung des Sports in den Vereinen, insbesondere von integrativen Angeboten.
  • Offene Jugendarbeit und Jugendarbeit der Verbände unterstützen, u.a. bei der verstärkten Einbeziehung von ausländischen Gruppen.
  • Attraktive Angebote der Jugendarbeit initiieren, z. B. Fun-Sport, Internet-Partys, Events, Rock gegen Rechts.
  • Angebote und Vernetzung in den Stadtteilen verbessern.
  • Bestehende Initiativen, Arbeitskreise und “Jugendszenen” gegen Gewalt von Rechts ermutigen und unterstützen.

 

Wir bieten Perspektiven!

  • Außerschulische Fortbildungsangebote.
  • Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit.
  • Kommunale Beschäftigungsförderung.
  • Angebote für Gefährdete und Aussteiger aus der Neonazi-Szene.
  • Angebote für betroffene Eltern, auch der Jugendgerichtshilfe.
  • Projekte in Stadtteilen.

Fortschreibung Aktionsprogramm für Demokratie und Toleranz e.V.

Am 11.12.2000 verabschiedet der Stadtrat das Aktionsprogramm für Demokratie und Toleranz für die Stadt Wuppertal.

Das Aktionsprogramm beschreibt einen Katalog von Maßnahmen für die Förderung von Demokratie, Toleranz und Zivilcourage, gegen intolerantes, gewaltbereites und undemokratisches Handeln. Es zählt Maßnahmen auf, die „Ideen für ein praktisches und vernetztes Handeln“ der Stadt benennen, wobei die Liste von benannten Maßnahmen als nicht abschließend betrachtet wurde.

In 2001 wurden verschiedenste Maßnahmen des Aktionsprogramms umgesetzt, verschiedenste Projekte realisiert, Ideen weiterentwickelt und Kooperationen hergestellt. Besonders zu benennen sind hierbei:

  • die Arbeit des Projektteams „Demokratie und Toleranz“
  • die Einrichtung des Projektmanagements der Initiative für Demokratie und Toleranz
  • Gründung des Vereines „Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz (e.V.)“
  • die Förderung, Begleitung und Beratung von über 50 Projekten Dritter im Rahmen der Landesförderung
  • die Umsetzung eigener Projekte durch die Verwaltung in verschiedensten Bereichen
  • die Herstellung von Kooperationen zwischen Freien Trägern, Initiativen und kommunalen Stellen
  • die Realisation von und Beteiligung an Projekten über die kommunale Ebene hinaus (Region, Land, Bund, EU)

Das bestehende Aktionsprogramm wurde in 2001 durch verschiedenste Initiativen weiterentwickelt und konkretisiert. Die Notwendigkeit des Einbezuges von im Aktionsprogramm benannten Maßnahmen wurde auf verschiedensten Ebenen erkannt, realisiert und konkretisiert.

Die Fortschreibung des Aktionsprogramms ist entstanden aus einer Auswertung der in 2001 realisierten Maßnahmen und Ideen und versucht die Schwerpunkte, Ziele und mögliche Strategien einer Implantierung der weiteren Arbeit in diesem Bereich in verschiedenste kommunale Zusammenhänge zu konkretisieren.

Ausgangsposition

Rassismus, Ausgrenzung und rechtsradikale Tendenzen sind verbreitete Phänomene, deren Ursachen u.a. oft in eigenen Unzufriedenheiten, Unsicherheiten, Unwissen und Manipulationen durch Dritte zu suchen sind. Oft ist die individuelle Beschränkung auf Gruppen gleich oder ähnlich gesinnter Personen festigend für solche Denkens- und Verhaltensmuster, Kontakte zu anderen Gruppen werden eher gemieden oder finden nur oberflächlich statt. Dies gilt für alle Formen von Gruppen, unabhängig von Herkunft, sozialem Status und Bildungsgrad.

Um diesen Phänomenen sinnvoll begegnen zu können, erscheint es notwendig, Maßnahmen in diesem Bereich unter folgenden Gesichtspunkten zu gestalten:


Individuelle Ebene

  • Bearbeitung  von Aggressions- und Unzufriedenheitspotentialen (Beratungsangebote, Deeskalations- und Antiaggressionstraining, schulische und berufliche Förderung u.ä.)
  • Vermittlung von Wissen und Information (thematische Angebote, wie Ausstellungen, Lehrmaterial, Theater, Film u.ä., Projekte an Schulen und in Bildungseinrichtungen)
  • Schaffung von Begegnungs- und Auseinandersetzungsebenen
  • Schaffung von alternativen Freizeitangeboten
  • Schaffung von Partizipationsmöglichkeiten

Arbeit auf Gruppenebene

  • Angebote für alle Generationen
  • Arbeit auf Basis gemeinsamer Interessen und Ziele
  • Präventionsangebote
  • Angebote zur Herstellung von Chancengleichheit (Integrationsförderung, Fortbildung, Beratung)
  • Schaffung und Förderung von Partizipation
  • Schaffung von Begegnungs- und Auseinandersetzungsebenen

Arbeit auf kommunaler Ebene

  • Sicherung und Herstellung von geeigneten Maßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit, öffentliche Positionierung
  • Entwicklung integrierter Stadtteilkonzepte
  • Infrastrukturförderung
  • Initiierung von Partizipation aller Bewohnergruppen (Integrationsförderung)
  • Schaffung von Begegnungs- und Auseinandersetzungsebenen
  • Bereitstellung von Präventions- und Bildungsangeboten
  • Bündelung und Koordination kommunaler Aktivitäten
  • Herstellung regionaler und überregionaler Bezüge
  • Koordination und Beratung von Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen und Freien Trägern

Die Stadt Wuppertal legt somit besondere Schwerpunkte in den Bereichen Prävention, Partizipation und Angebote zur Förderung von Begegnung und Auseinandersetzung, möglichst auf Basis gemeinsamer Interessen und Ziele.

Es wird davon ausgegangen, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung menschliche Phänomene sind. Demnach ist mit allen Ausprägungen von Gruppen und Individuen zu arbeiten und zu versuchen bei diesen zu erreichen, eigene Sichtweisen und Vorurteile zu reflektieren und den Umgang mit „Fremdem“ und  „Unbekanntem“ zu erfahren und zu experimentieren.

Grundsätzlich wird angenommen, dass ein Zusammenleben nur funktionieren kann, wenn Kommunikation zwischen allen Beteiligten möglichst breit hergestellt werden kann. Dies ist Grundvoraussetzung bestehende Meinungsbilder zu bearbeiten, gemeinsame Interessen zu entwickeln und zu realisieren und bestehende Vorurteile zu bearbeiten.

Um hier geeignete Angebote bereit zu stellen ist es notwendig, Angebote bestehender Einrichtungen zu koordinieren, zu beraten und zu optimieren, neue Angebotsformen zu schaffen und zu experimentieren. Darüber hinaus sollen diese Aspekte in die Konzeption der Prozesse der Agenda 21 und der Integrationsförderung einfließen. Auf kommunaler Ebene ist darüber hinaus eine Koordinierung von Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung von Multiplikatoren und der Förderung von Angeboten anzustreben.

 

Dieser Ansatz umfasst eine Arbeit mit Rechtsradikalen, -extremen, da davon auszugehen ist, dass sich diese im Rahmen verschiedenster Institutionen und

Zusammenhänge (Schule, Arbeitsverhältnisse, kommunale Angebote) bewegen und somit erreicht werden.

Direkte (zusätzliche) Angebote an diese Gruppe(wie Aussteigerprogramme, Freizeit- oder Beratungsangebote, Streetwork) werden nicht hergestellt.

Sie finden wenn, in bestehenden Angebotsformen statt. Zum Einen, weil davon ausgegangen wird, dass überregionale Angebote wie Aussteigerprogramme bestehen und genutzt werden können, zum Zweiten, weil durch Angebote an diese Gruppen Rahmen geschaffen werden könnten, die diesen eine Art Lobby und „Wichtigkeit“ gäben, die nicht angezeigt ist und ihnen eine überhöhte Wichtigkeit im Verhältnis zu anderen Gruppen gäbe, was als eher schädlich betrachtet wird.  Zudem wird eine direkte (auch öffentliche) Auseinandersetzung über ideologische Inhalte als wenig effektiv angesehen, da dies weniger zu einer Modifizierung von bestehenden Weltbildern führt, sondern eher eine Plattform zur Verbreitung ihrer „Ideen“ liefert bzw. ihre Separation eher verstärkt. 

Primär richtet sich dieser Ansatz an alle Bewohnergruppen und geht davon aus, dass durch Herstellung von Partizipation, Verbesserung von Integration, Herstellung von Chancengleichheit und Optimierung von Information und offener Auseinandersetzung eine Verbesserung des Zusammenlebens, ein Abbau von Vorurteilen und eine Bearbeitung rechtsradikaler Tendenzen langfristig effektiv zu bearbeiten ist.


Arbeitsschwerpunkte ab 2002

Neben den im Aktionsprogramm 2001 benannten Angeboten sollte besondere Berücksichtigung finden und als Schwerpunkte verfolgt werden:

 

Prävention

  • Angebote an alle Generationen und Gruppen
  • Fortbildung von Multiplikatoren
  • Deeskalationstraining, Antiaggressionstraining
  • Informationsveranstaltungen
  • Partizipationsmöglichkeiten
  • Integrationsförderung
  • Verbesserung von Bildungs- und Ausbildungsangeboten
  • Infrastrukturförderung
  • integrierte Stadtteilkonzepte
  • Ausbau von Begegnungs- und Auseinandersetzungsmöglichkeiten
  • Internationale Begegnung
  • Öffentlichkeitsarbeit

Partizipation

  • Förderung der Mit- und Selbstbestimmung
  • Schaffung von Partizipationsmöglichkeiten für alle Bewohnergruppen
  • Schaffung integrierter Stadtteilkonzepte
  • Integrationsförderung
  • Schaffung von Begegnungs- und Auseinandersetzungsebenen
  • Einbezug verschiedenster Gruppen in sie betreffende Entscheidungen

Stadtteilarbeit

  • Entwicklung integrierter Stadtteilkonzepte
  • Infrastrukturförderung
  • Bildungs- und Ausbildungsförderung
  • verstärkter Einbezug verschiedenster Bewohnergruppen
  • Herstellung und Ausweitung von Partizipationsmöglichkeiten
  • Fortbildungs- und Beratungsangebote für Multiplikatoren
  • Schaffung, Unterstützung und Beratung von Interessensgemeinschaften und Initiativen

Herstellung von Vernetzung

In Wuppertal sind neben der Kommune eine Vielzahl von Freien Trägern, Initiativen, Gruppen, Institutionen und Einzelpersonen in diesem Arbeitsbereich aktiv. Diese gilt es aus Gründen der Effizienzsteigerung, Bündelung von Ressourcen, Koordination der Maßnahmen und des Austausches von Ideen auf verschiedenen Ebenen zu vernetzen:


Kommunal

  • Kommunale und freie Projektanbieter und Institutionen
  • Schule, Weiterbildung und Jugendarbeit
  • Stadtverwaltung
  • Ressort Zuwanderung und Integration
  • Ausländerbeirat
  • Stadtentwicklung, -planung
  • Öffentlichkeitsarbeit, Stadtmarketing
  • Integrationsförderung
  • Kulturförderung
  • Agenda 21
  • Stadtteilarbeit
  • Fortbildung von Multiplikatoren

Regional

  • Städtedreieck Wuppertal – Remscheid – Solingen
  • Fachlicher Austausch

Landesweit

  • Implantierung und konzeptionelle Weiterentwicklung im Rahmen verschiedener Gremien
  • Mitarbeit in Projekten, Präsenz in Projektbanken
  • Fachlicher Austausch

Bundesweit

  • Projektarbeit, Präsenz in Projektbanken
  • Fachlicher Austausch

Europaweit

  • Internationale Begegnung
  • Projektarbeit
  • Fachlicher Austausch
  • Mitarbeit in EU-Projekten

 

Darüber hinaus ist eine Publikation von Wuppertaler Arbeitsansätzen und modellhaften Projekten im Internet anzustreben mit dem Ziel des Austausches, der Gewinnung neuer Partner und zur öffentlichen Positionierung.


Rassismus, Intoleranz, Rechtsradikalismus und –extremismus sind Phänomene, denen nicht mit einmaligen und kurzfristigen Maßnahmen zu begegnen ist. Wenig sinnvoll erscheint zudem, nur in Zeiten vermehrter rechter Gewalttaten Aktivismus zu entwickeln. Angezeigt ist eine ständige Bearbeitung und Auseinandersetzung mit diesem Thema, um langfristig Modifikationen zu erreichen und das Zusammenleben zu fördern.

Durch die Einrichtung des Vereines „Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz“ hat die Stadt Wuppertal den Grundstein zur Kontinuität der Arbeit zur Förderung des Zusammenlebens, der Toleranz und Zivilcourage gelegt.

Eine langfristige Etablierung dieser Arbeit als Querschnittsaufgabe der Verwaltung, auf Grundlage des Aktionsprogramms und seiner Fortschreibung, wird angestrebt.

    • Kontakt

      Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.
      Bendahlerstraße 29
      42285 Wuppertal

      Tel.: 0202/563-2759
      Fax: 0202/563-8178

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